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Berliner Jugendliche machen Umweltzeitung “Juckreiz“

Juckreiz ist eine Zeitung von Jugendlichen vor allem für Jugendliche. Sie erscheint viermal jährlich und wird in Berlin und im direkten Umland vertrieben. Gemacht wird der Juckreiz von einer Redaktion von 14- bis 23jährigen Jugendlichen. Sie kommen aus allen Ecken Berlins. Niemand von ihnen bekommt Geld für diese Tätigkeit. Juckreiz berichtet über Umweltthemen. Ihr Anspruch an den Juckreiz ist, dass sie nicht einfach eine Zeitung machen wollen wie jede andere.  Juckreiz will nicht einfach nur berichten. Sie finden, dass bei „normalen“ Zeitungen die Nachrichten meist nur negative Schlagzeilen haben, da ihnen Positives zu uninteressant ist. Und was zu tun wäre, um das Negative zu verändern, das wird überhaupt nicht mehr angesprochen. Dabei lässt sich so vieles tun. Mensch kann soviel verändern, Mensch muss es nur tun. Und deshalb berichten sie auf einer ganzen Seite nur über die Aktivitäten der Berliner Jugendumweltbewegung und es gibt es eine Seite „Zum Nach- und Mitmachen“. Wer bei Juckreiz mitmachen oder die Zeitung abbonieren möchte, findet auf der Seite www.jugendumwelt.de einen Link zur Juckreiz-Seite.

Der Soziale Tag am  22.06.2006

Der Soziale Tag ist ein ganz besonderer Schultag für viele Schülerinnen und Schüler in ganz Deutschland. An diesem Tag findet der Unterricht nicht in der Schule statt: Helfen steht auf dem Stundenplan. Die Schülerinnen und Schüler suchen sich einen Tagesjob und spenden ihren Lohn für Jugendprojekte in Afrika, Asien, Südamerika und Südosteuropa. Das ist Schule mal ganz anders!
Die Jugendlichen packen z.B. im Garten an, waschen das Auto vom Nachbarn oder helfen im Eiscafé um die Ecke. Organisiert wird der Soziale Tag von Aktion Tagwerk und Schüler Helfen Leben. Er findet am 22. Juni 2006 bundesweit statt. Mit dem Sozialen Tag werden Jugend- und Bildungsprojekte in den Projektregionen der beiden Organisationen unterstützt. Welche neuen Projekte genau mit den Geldern des Sozialen Tages unterstützt werden, entscheiden die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler des Sozialen Tages selbst.

Gewalt an Schule: Lehrer geben auf

von Anna Schäfer - 31.03.2006

Die Schüler der Rütli-Hauptschule im Berliner Stadtteil Neukölln sind sich heute wie im Zoo vorgekommen. Dutzende Journalisten haben vor dem Schultor gestanden, sie beobachtet und Fragen gestellt. Der Grund: Am Donnerstag hat die Schulleiterin in einem Brief an den Berliner Senat gefordert, dass die Hauptschule geschlossen werden soll. Seit Jahren gebe es immer mehr Schlägereien unter den Schülern. Selbst Lehrer würden immer öfter angegriffen. Die Gewalt sei nicht mehr zu stoppen.

Die Lehrer wollen die Rütli-Schule auflösen, weil sie die steigende Gewalt unter Schülern nicht verhindern können.

In dem Brief berichtet die Rektorin, dass Prügeleien unter Schülern an der Tagesordnung seien. Möbel und Einrichtungsgegenstände der Schule würden zerstört werden. Lehrer würden mit Gegenständen beworfen und hätten Angst. Unterricht sei unter diesen Bedingungen kaum noch möglich. Einige Lehrer gingen nur noch mit ihrem Handy in bestimmte Klassen, um im Notfall schnell Hilfe holen zu können.

Die Lehrer sehen keinen Ausweg mehr und haben die Behörden in einem gemeinsam formulierten Brief gebeten, die Schule in ihrer jetzigen Form aufzulösen. Dass es so weit kommen konnte, schockiert die Öffentlichkeit. Politiker und Pädagogen diskutieren jetzt, weshalb die

 

Seit Freitag kontrollieren Polizisten am Schuleingang, ob die Jugendlichen Waffen dabei haben.

Polizeikontrollen am Schultor

Die meisten Schüler haben aufgrund ihrer schlechten schulischen Leistungen und ihrer geringen Deutschkenntnisse kaum Chancen, später einen Ausbildungsplatz oder eine Arbeit zu finden. Offenbar sehen viele in Prügeleien, Diebstählen und Erpressungen die einzige Möglichkeit, sich zu behaupten und Anerkennung von ihren Mitschülern zu bekommen.

Der Berliner Bildungssenator Klaus Böger von der Sozialdemokratischen Partei (SPD) hat den Lehrern nun versprochen, schnell zu helfen. Schließen will er die Schule nicht, aber von sofort an sollen zwei arabisch und türkisch sprechende Sozialarbeiter sowie zwei Schulpsychologen den Lehrern zur Seite stehen. Seit heute kontrollieren Polizisten am Schultor außerdem, ob die Schüler Waffen bei sich tragen.

Dieses Foto ist gestellt. Dennoch ist Gewalt unter Jugendlichen in Neukölln alltäglich.

Brennpunkt Stadtteil Berlin-Neukölln

Die Rütli-Schule liegt im Berliner Stadtteil Neukölln. Hier leben besonders viele ausländische Familien arabischer und türkischer Herkunft. Das führte dazu, dass der Anteil deutscher Schüler an der Rütli-Schule inzwischen auf unter 20 Prozent gesunken ist. Das bedeutet, dass von fünf Schülern nur noch einer deutsch ist. Die meisten Schüler stammen aus libanesischen und türkischen Familien.

Zwischen den einzelnen Gruppen sollen sich angeblich dramatische Konflikte abspielen: "Die Araber haben das Sagen und unterdrücken die Türken", sagte eine ehemalige Lehrerin dem Berliner "Tagesspiegel". Sie habe das Gefühl, dass an der Schule "Kriminelle" großgezogen würden. Die wenigen deutschen Schüler würden oft absichtlich gebrochenes Deutsch sprechen, um nicht aufzufallen.

Nach Aussage der Lehrer ist Unterricht an der Rütli-Schule nicht mehr möglich.

Hauptschulen abschaffen?

Der Brief der Lehrer, durch den die dramatische Situation an der Rütli-Schule bekannt wurde, hat auch eine Diskussion darüber ausgelöst, ob die Hauptschule als Schulform nicht grundsätzlich abgeschafft werden sollte. In dem Brief heißt es: "Es gibt in der Schule keine positiven Vorbilder. Die Schüler sind unter sich und lernen Jugendliche, die anders leben, gar nicht kennen. Hauptschule isoliert sie (grenzt sie aus), sie fühlen sich ausgesondert und benehmen sich entsprechend."

Ist die Situation an der Rütli-Schule also kein Einzel-, sondern der Normalfall an Hauptschulen? Norbert Gundacker von der Bildungsgewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert, dass in Zukunft alle Hauptschulen abgeschafft werden. "Das sind die Schulen der Gescheiterten", sagte er dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". "Da hilft es nicht, nur ein bisschen herumzuflicken. Wir kommen um die Abschaffung der Hauptschulen an sich wahrscheinlich nicht herum."